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Neues EVM-Schulungskonzept tritt zum 01.01.2020 in Kraft

ÄLRD Dr. R. Merbs präsentiert das neue Konzept

Bereits im Jahr 2015 hatte die Arbeitsgruppe Aus- und Fortbildung beschlossen, die EVM des Wetteraukreises den Ausbildungsalgorithmen des Landes Hessen für den Notfallsanitäter schrittweise anzugleichen. Dem haben wir nun Rechnung getragen und erneut Änderungen der EVM vorgenommen. Auch das Layout ist jetzt völlig neu und den „Hessenalgorithmen“ angepasst. Ein großer Dank an Sven Heßberger und Vrej Borza! Ein neues „Taschenbuch“ wird ebenfalls in den Druck gehen.

BTMs werden weiterhin nicht auf die RTWs verlastet werden. Weitere Algorithmen und Medikamente haben wir diskutiert, jedoch nicht freigegeben.

Das EVM-Konzept des Wetteraukreises gilt als verbindliche Handlungsgrundlage für die an der Notfallversorgung beteiligten Rettungsdienstmitarbeiter. Die Nicht-Vornahme einer medizinisch gebotenen Maßnahme wird in der Rechtsprechung mittlerweile einer falschen Versorgung gleichgestellt! Nach einer durchgeführten EVM-Maßnahme ist der Patient/die Patientin in jedem Fall einem Arzt (Krankenhaus, ÄBD, Hausarzt) vorzustellen.

Ebenso gilt es individuell die „zeitliche Verhältnismäßigkeit“ zu prüfen. Sprich, ob es Sinn macht auf ein NEF mit langem Anfahrtsweg zu warten, oder ggf. sinnvoller ist, den Patienten dem evtl. näher gelegenen geeigneten Krankenhaus zuzuführen, um dort direkt die notwendige Therapie einzuleiten. Auch ein Rendezvous mit dem NEF ist dabei eine Möglichkeit.

Folgend die Änderungen im Groben, um sich gezielter mit dem neuen Skript befassen zu können:

  • Beim ACS wurde für die O2-Gabe die SpO2-Grenze auf 90% gesenkt. Dyspnoe ist weiterhin eine Indikation.
  • Die obere Blutdruckgrenze bei der Hypertensiven Krise mit Organsymptomatik wurde auf > 220 mmHg erhöht.
  • Salbutamol wurde bei obstruktiven Atemwegsproblemen auf 2 Amp. beim Erwachsenen und 1 Amp. beim Kind reduziert.
  • Falls keine Besserung erfolgt, darf Ipratropiumbromid und Prednisolon zusätzlich gegeben werden. Dann ist der Notarzt nachzufordern.
  • Suprarenin wird nun mit 3 -5 mg PUR vernebelt.
  • Bei der Hypoglykämie wurde der untere BZ-Grenzwert auf 60 mg/dl gesenkt.
  • Supra i.m. bei der Anaphylaxie darf nun auch bei Kindern gegeben werden.
  • Midazolam via MAD darf nun beim Erwachsenen nur noch mit 5 mg nasal verabreicht werden
  • Midazolam darf fakultativ (= „kann“ nicht „muss“) zu Esketamin i.v.  hinzu gegeben werden. Nur im Alter 12-80 Jahre.
  • Metamizol (Novalgin®) i.v. ist bei Gallen- und Nierenkolik neu hinzugekommen.
  • Die Indikation für Esketamin i.v. ist auf traumatische Schmerzzustände ausgeweitet worden und umfasst somit u.a. auch die Verbrennung/Verbrühung und das Polytrauma (KI beachten!)
  • Der neue Schlaganfallalgorithmus ist eingefügt worden.
  • Die VAS zur Gabe von Analgetika ist auf 5 gesenkt worden.

Das neue Skript gibt´s ab Anfang Dezember zum „download“ (diesmal neu getrennt nach Algorithmen und Medikamenten) hier auf unserer Homepage.

veröffentlicht am: 20.11.2019

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